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Schülerprojekt widmet sich Opferbiografien

Erstellt von MF |

Schüler setzen sich historisch-künstlerisch mit den Krankenmorden in Großschweidnitz auseinander.

Ausgehend von der Sichtung der Patientenakten und angeregt durch die Übergabe der fotografischen Reproduktion des Bildes  „Tante Marianne“ von Gerhard Richter entwickelten wir gemeinsam dem Politischen Bildungsforum Sachsen (KAS) ein mehrtägiges Schülerprojekt. Das von Jürgen Schreiber erforschte Schicksal Marianne Schönfelders dient den Schülern dabei als Ausgangspunkt für die eigene Beschäftigung mit verschiedenen Patientenschicksalen.

Am 12. September 2017 besuchten uns Schüler des Gymnasiums Dresden-Bühlau. Sie erhielten in Großschweidnitz zunächst eine Einführung in das Thema und einer Führung über das Gedenkstättengelände. Anschließend setzten sich die Schüler in Kleingruppen mit dem Dresdner „Euthanasie“-Prozess von 1947 auseinander. Am darauffolgenden Tag besuchten die Schüler das Gerhard Richter Archiv in Dresden und bekamen einen Einblick in das künstlerische Schaffen Richters und seine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Anschließend erhielten die Schüler eine Einführung in die historische Auswertung von Patientenakten, die ihnen ein methodisches Grundgerüst für die selbstständige Auswertung ausgewählter Großschweidnitzer Akten lieferte.

Am 26. September 2017 besuchte uns eine Schulklasse der Sorbischen Oberschule Bautzen. Auch diese Schüler erhielten zunächst eine Einführung. Anschließend diskutierten sie in Kleingruppen aktuelle bioethische Themen. Ihren Besuch dokumentierten die Schüler mit einer Videokamera. Am nächsten Tag besuchten die Schüler das Sächsische Hauptstaatsarchiv Dresden, wo ihnen ein Archivmitarbeiter einen Einblick in die Bestände des Archivs, insbesondere in die dort verwahrten Patientenakten der Landesanstalt Großschweidnitz, gab. Im Anschluss erhielten auch die Bautzener Schüler eine Einführung in die Auswertung dieser speziellen Aktengattung.

Den Lehrern wurden am Ende der Projekttage ausgewählte und entsprechend aufbereitete Patientenakten in Kopie zur Verfügung gestellt, mit denen sich die Schüler in den nächsten Wochen in den Schulen auseinandersetzen und einen künstlerischen Zugang zu den Biografien finden sollen. Die Ergebnisse des Projektes sollen in den Schulen und der Gedenkstätte präsentiert werden.

Das Projekt wird gefördert vom Politischen Bildungsforum Sachsen (Konrad-Adenauer-Stiftung) und der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Für die Unterstützung des Projektes danken wir dem Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden und dem Gerhard Richter Archiv Dresden/SKD.

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Schüler bei der Gruppenarbeit (Foto: KAS)